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12 September 2026 Westimmo

Sozialabgaben auf Mauritius: CSG, NSF und Regeln nach Beschäftigungsstatus

CSG, NSF und weitere Arbeitgeberabgaben auf Mauritius: aktuelle MRA-Sätze 2026 und was Arbeitnehmer, Selbstständige und deutsche Expats beachten sollten.

Sozialabgaben auf Mauritius hängen vom tatsächlichen Beschäftigungsstatus und von der Art der Vergütung ab. Für Arbeitnehmer, Geschäftsführer und Selbstständige gelten nicht automatisch dieselben Regeln. Wichtig ist außerdem, alte Informationen zum National Pensions Fund nicht mit dem heutigen System zu vermischen: Die Mauritius Revenue Authority (MRA) bestätigt, dass die Contribution Sociale Généralisée (CSG) den NPF seit September 2020 ersetzt hat.

Die wichtigsten Abgaben 2026

Für Arbeitnehmer im privaten Sektor nennt die MRA folgende CSG-Sätze auf den Basic Wage beziehungsweise Basic Salary:

Monatliches GrundgehaltArbeitnehmerArbeitgeber
bis einschließlich Rs 50.0001,5 %3 %
über Rs 50.0003 %6 %

Zusätzlich besteht der National Savings Fund (NSF). Die MRA nennt hierfür grundsätzlich 1 % Arbeitnehmer- und 2,5 % Arbeitgeberanteil. Für den NSF gilt eine Beitragsbemessungsgrenze; seit 1. Juli 2026 liegt der monatliche Höchstbetrag der zugrunde gelegten Basic Wage bei Rs 29.710.

Arbeitgeber zahlen außerdem einen HRDC Training Levy von 1,5 % des gesamten Basic Wage beziehungsweise Basic Salary ihrer Beschäftigten, ausgenommen bestimmte Haushaltsbeschäftigte.

Was ist mit dem alten NPF?

Viele ältere Webseiten nennen noch NPF-Beiträge. Laut MRA wurde der National Pensions Fund für laufende Beschäftigung durch die CSG ersetzt; der letzte Beitragsmonat des NPF war August 2020. Wer aktuelle Lohnkosten kalkuliert, sollte daher nicht einfach historische NPF-Sätze auf heutige Gehälter anwenden.

Arbeitnehmer: Netto und Arbeitgeberkosten getrennt betrachten

Ein Arbeitsangebot sollte immer mit einer vollständigen Payroll-Simulation geprüft werden. Wichtig sind mindestens:

  • Basic Salary;
  • CSG-Arbeitnehmeranteil;
  • NSF-Anteil;
  • PAYE beziehungsweise Einkommensteuer;
  • Bonus und Sachleistungen;
  • Nettoauszahlung;
  • Gesamtkosten für den Arbeitgeber.

Ein Bruttogehalt allein sagt deshalb wenig darüber aus, was tatsächlich auf dem Konto landet oder wie teuer das Beschäftigungsverhältnis für das Unternehmen ist.

Geschäftsführer und Gesellschafter

Bei einem Director oder Gesellschafter kommt es darauf an, ob die Person zugleich Arbeitnehmer ist und wie die Vergütung strukturiert ist. Gehalt, Director’s Fees, Beratungsvergütung und Dividenden sind nicht dasselbe. Die tatsächliche Behandlung sollte vor Vertragsabschluss von einem mauritischen Payroll-Anbieter oder Steuerberater schriftlich bestätigt werden.

Wer mehrere Vergütungsarten kombiniert, sollte zudem darauf achten, dass Arbeitsvertrag, Board Resolutions, Aufenthaltsgenehmigung und Lohnabrechnung zueinander passen.

Selbstständige

Für Self-Employed Persons sieht die MRA eine eigene CSG-Logik vor. Die aktuelle MRA-Seite nennt einen festen CSG-Betrag von Rs 150 pro Monat. Je nach Unternehmensstruktur und tatsächlicher Tätigkeit können jedoch zusätzliche steuerliche oder registrierungsrechtliche Pflichten bestehen.

Besonderheit für Deutsche: kein Sozialversicherungsabkommen

Deutschland und Mauritius haben nach der aktuellen Übersicht der DVKA kein bilaterales Sozialversicherungsabkommen. Das ist für deutsche Arbeitnehmer und Unternehmer wichtig: Deutsche und mauritische Sozialversicherungsvorschriften werden nicht automatisch über ein Abkommen koordiniert.

Bei einer nur vorübergehenden Entsendung kann nach deutschem Recht unter bestimmten Voraussetzungen die sogenannte Ausstrahlung nach § 4 SGB IV greifen. Ob deutsches Sozialversicherungsrecht fortgilt, muss die zuständige Krankenkasse beziehungsweise der zuständige Versicherungsträger prüfen. Gleichzeitig können auf Mauritius lokale Pflichten bestehen.

Warum Steuerabkommen und Sozialversicherung nicht dasselbe sind

Die steuerliche Ansässigkeit und ein Doppelbesteuerungsabkommen beantworten nicht automatisch, welches Sozialversicherungssystem gilt. Einkommensteuer, Payroll und Sozialbeiträge müssen getrennt geprüft werden. Genau hier entstehen bei grenzüberschreitenden Arbeitsmodellen häufig Fehlannahmen.

Vor Vertragsunterzeichnung: diese Unterlagen verlangen

  • schriftliche Gehalts- und Vergütungsstruktur;
  • vollständige Payroll-Simulation;
  • Aufschlüsselung von CSG, NSF, Steuer und Arbeitgeberkosten;
  • Regelung zu Wohnung, Fahrzeug, Krankenversicherung und sonstigen Benefits;
  • bei Geschäftsführern: Board Resolution beziehungsweise Service Agreement;
  • Bestätigung, dass Arbeits- und Aufenthaltsstatus zur Vergütungsstruktur passen.

Die Grundzüge des mauritischen Arbeitsrechts erläutert unser Guide zum Arbeitsrecht auf Mauritius. Informationen zu Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen finden Sie unter Visa und Permits für Mauritius.

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