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17 September 2026 Westimmo

Die Rolle des Notars beim Immobilienkauf auf Mauritius: Rechtssicherheit und Schutz

Welche Rolle hat der Notar beim Immobilienkauf auf Mauritius? Rechtliche Prüfungen, Treuhandkonto, feste Fristen und Schutz der Käufergelder.

Auf Mauritius muss bei jedem Immobilienkauf ein Notar mitwirken. Als von der Supreme Court ernannter öffentlicher Amtsträger ist er allein befugt, die öffentliche Kaufurkunde, den Deed of Sale, zu errichten und die Transaktion rechtlich abzusichern. Von der sorgfältigen Prüfung der Eigentumstitel bis zur strikten Verwaltung des Treuhandkontos bildet seine Tätigkeit den rechtlichen und finanziellen Schutz des Käufers.

Der unverzichtbare Garant der öffentlichen Kaufurkunde

Auf Mauritius ist die Mitwirkung eines Notars bei jedem Immobilienkauf vorgeschrieben; nur er ist befugt, die öffentliche Kaufurkunde, den Deed of Sale, zu errichten.

Das mauritische Immobilienrecht orientiert sich unmittelbar am französischen Code civil. Diese zivilrechtliche Herkunft schafft einen strukturierten Rahmen mit etablierten Schutzmechanismen für Immobilientransaktionen. Der mauritische Notar handelt als unparteiischer öffentlicher Amtsträger. Seine Hauptaufgabe besteht darin, Rechtsakten öffentlichen Glauben zu verleihen und den Eigentumsübergang gegenüber Dritten rechtlich verbindlich zu machen.

Die Notargebühren sind vom mauritischen Staat nach einer degressiven, am Immobilienwert orientierten Gebührenordnung streng geregelt. In mauritischen Rupien (MUR) sieht diese Staffel Sätze von 2 % für niedrigere Beträge bis 0,5 % für den höchsten Preisanteil vor. Um die Gesamtwirkung dieser Gebühren auf Ihr Budget zu beurteilen, sollten Sie sämtliche Nebenkosten eines Immobilienkaufs berücksichtigen, die auf Ihre Situation Anwendung finden.

Rechtliche Absicherung: Prüfungen vor dem Deed of Sale

Vor jeder Unterzeichnung prüft der mauritische Notar die Historie der Immobilie, sorgt gegebenenfalls für die Löschung von Hypotheken und erstellt sowohl den Vorvertrag als auch den endgültigen Deed of Sale.

Die Prüfung durch den Notar beginnt lange vor der Unterzeichnung des Kaufvertrags. Er verfolgt die Eigentumskette zurück, um sicherzustellen, dass der Verkäufer über einen unangefochtenen Titel verfügt und kein Rechtsstreit die Immobilie belastet. Dazu gehört eine Prüfung beim Conservator of Mortgages, um mögliche Dienstbarkeiten, Pfändungen oder mit der Immobilie verbundene Schulden festzustellen. Wird eine Hypothek gefunden, übernimmt der Notar das Verfahren zu ihrer Löschung, damit der Käufer die Immobilie frei von dieser Belastung erwirbt.

Nach Abschluss dieser Prüfungen erstellt der Notar zunächst den Kaufvorvertrag und anschliessend den Deed of Sale als endgültige Kaufurkunde. Bei internationalen Investoren, die sich für die verschiedenen gesetzlich zugelassenen Investitionsmodelleentscheiden, achtet der Notar darauf, dass die Erwerbsunterlagen vollständig und ordnungsgemäss zusammengestellt sind, bevor die endgültige Unterzeichnung erfolgt.

Das Treuhandkonto: strikter Schutz Ihrer Gelder

Die Gelder aus einem Immobilienverkauf auf Mauritius müssen zwingend über das Treuhandkonto des Notars laufen; Barzahlungen sind vollständig untersagt.

Eine direkte Zahlung an den Verkäufer ist streng verboten und mit hohen Risiken verbunden. Das Gesetz verlangt, dass sämtliche Transaktionsgelder auf ein gesondertes Mandantengeldkonto unter der alleinigen Verantwortung des Notars eingezahlt werden. Die Einzahlung muss innerhalb von höchstens 21 Tagen nach einem Zahlungsabruf erfolgen und ist ausschliesslich per Banküberweisung oder Bankscheck zulässig.

Für ausländische Käufer, die in bestimmte Programme wie IRS, PDS oder Smart City investieren, gilt eine strikte gesetzliche Vorgabe: 85 % des Verkaufspreises müssen zwingend in mauritischen Rupien (MUR) auf das Konto des Notars eingezahlt werden. Deshalb müssen internationale Überweisungsfristen und Devisengeschäfte über Korrespondenzbanken sorgfältig eingeplant werden, damit das Treuhandkonto rechtzeitig vor der Unterzeichnung gedeckt ist.

Ausländische Käufer und Ferntransaktionen: die zentrale Rolle des Notars

Der Notar spielt bei der Absicherung von Transaktionen ausländischer Käufer eine zentrale Rolle, insbesondere indem er den ordnungsgemässen Eingang und die Kontrolle der Gelder sicherstellt.

Bei einem internationalen Erwerb achtet der Notar besonders auf die finanzielle Absicherung der Transaktion. Er stellt sicher, dass sämtliche mit dem Verkauf verbundenen Beträge nur über sein Treuhandkonto laufen. Diese Bündelung der Geldflüsse schützt den Verkäufer und zugleich den Käufer bis zur endgültigen Unterzeichnung des Deed of Sale.

Diese Schritte können vollständig ohne Reise durchgeführt werden. Die Unterzeichnung aus der Ferne per Vollmacht (Power of Attorney) ist gängige Praxis; das Dokument muss lediglich im Wohnsitzland des Käufers notariell beglaubigt werden. Nachdem die Urkunde unterzeichnet und registriert wurde, übergibt der Notar dem Käufer eine beglaubigte Ausfertigung. Dieses Dokument ist erforderlich, um anschliessend den Antrag auf eine Aufenthaltsgenehmigung über Immobilieneigentum bei den mauritischen Behörden einzuleiten.

Registrierung und Fristen: ein gesetzlich streng geregelter Zeitplan

Der mauritische Notar hat eine strikte gesetzliche Frist von 8 Tagen, um den Deed of Sale registrieren zu lassen; bei Überschreitung fällt eine Sanktion in Höhe von 50 % der Abgaben an.

Entgegen der verbreiteten Annahme, diese Frist betrage 7 Tage, gewährt das mauritische Recht dem Notar genau 8 Tage, um den Deed of Sale beim Registrar General einzureichen und registrieren zu lassen. Hinter diesem strikten Zeitplan steht eine abschreckende finanzielle Sanktion: Jede Verspätung führt unmittelbar zu einem Zuschlag von 50 % auf die geschuldeten Registrierungsabgaben. Dadurch wird die Eigentumsregistrierung des Käufers sehr zügig bearbeitet.

Auch der Verkäufer wird durch das Gesetz geschützt. Nachdem alle Parteien die Urkunde unterzeichnet haben, muss der Notar den Kaufpreis innerhalb von 5 Werktagen an den Verkäufer auszahlen. Das Westimmo-Team arbeitet täglich mit Notariaten und Banken zusammen, um die Zusammenstellung der Compliance-Unterlagen zu vereinfachen, die rechtzeitige Verfügbarkeit der Gelder sicherzustellen und einen reibungslosen Ablauf ohne Verzögerungen zu unterstützen.

Häufige Fragen

Wer bezahlt die Notargebühren bei einer Immobilientransaktion auf Mauritius?

Die Notargebühren trägt ausschliesslich der Käufer. Der Verkäufer zahlt beim Verkauf seiner Immobilie keine Notargebühren.

Welche Unterlagen verlangt der Notar zum Nachweis der Herkunft der Gelder?

Auf Grundlage der Geldwäschevorschriften des FIAMLA verlangt der Notar eine strenge Compliance-Dokumentation (KYC). Dazu gehören aktuelle Kontoauszüge, Einkommensnachweise wie Gehaltsabrechnungen oder Unternehmensabschlüsse sowie ein eindeutiger Nachweis der Mittelherkunft, bevor eine Überweisung auf das Treuhandkonto freigegeben wird.

Kann ich beim Kauf vom Bauträger auf Plan (VEFA) meinen eigenen Notar einschalten?

Ja. Die Einschaltung von zwei Notaren ist auf Mauritius üblich und rechtlich zulässig. Der Käufer kann neben dem vom Bauträger benannten Notar einen eigenen Notar beauftragen, der seine Interessen wahrnimmt; die gesetzlich geregelten Gebühren werden zwischen beiden Berufsträgern aufgeteilt.

Quellen und Prüfungen

Diese Angaben wurden am 30. August 2026 anhand der genannten Quellen geprüft. Beträge, Schwellenwerte und Bedingungen können sich ändern; bestätigen Sie sie vor einer Entscheidung bei der zuständigen Stelle.

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