
Trailrunning auf Mauritius: der Dodo Trail und die Trainingsreviere
Der Dodo Trail der UTMB World Series und die Wege, auf denen man ganzjährig trainiert: Höhenmeter, Saison und was die Tropen am Trail ändern.
Mauritius steht nicht als Erstes für Trailrunning. Das Gelände ist trotzdem ernst zu nehmen: 828 Meter am höchsten Punkt, Hänge, die auf weniger als zwei Kilometern vom Meer zum Gipfel steigen, und ein Rennen der UTMB World Series.
Der Dodo Trail
Das Rennen der Insel. Der Dodo Trail führt durch den Südwesten zwischen Le Morne und Tamarin und geht 2026 in seine vierzehnte Auflage, an den Samstagen 4. und 11. Juli. Veranstalter ist IBL Together, und das Rennen gehört zu den UTMB World Series.
Sechs Formate stehen nebeneinander, vom Einstieg bis zum Ultra:
- Xtreme – 50 km und 3.500 Höhenmeter im Anstieg, technisch und fordernd
- Trooper – 25 km und 1.500 Höhenmeter
- Venture – 10 km und 500 Höhenmeter
- Rookie – 5 km und 50 Höhenmeter, für alle machbar
- Morne Dash – der reine Anstieg auf den Morne Brabant
- Squad – das Staffelrennen zu viert
Der Juli ist kein Zufall: Er liegt mitten im Südwinter, der einzigen Zeit, in der 3.500 Höhenmeter unter diesen Breiten vernünftig bleiben.
Wo man ganzjährig trainiert
Die Wege der Insel eignen sich gut zum Training, sofern man nach dem auswählt, was man sucht.
Für reine Höhenmeter
Corps de Garde ist die Referenz des Zentralplateaus: 7,2 Kilometer als Runde für 633 Höhenmeter, an einem Hang, der ab dem ersten Meter zieht und praktisch nie nachlässt. Zu Fuß drei Stunden, laufend deutlich weniger. Bis zum Grat markieren weiße Steine den Weg, Schatten gibt es fast keinen – ein Start vor 8 Uhr ist Pflicht.
Die Tourelle de Tamarin hat das umgekehrte und ebenso brutale Profil: 560 Höhenmeter auf 4,4 Kilometern hin und zurück, keinen Kilometer von der Küste entfernt. Fixseile sichern die Steilstufen – ein Trainingsgelände, keine Strecke für die Uhr.
Für Umfang und Schatten
Die Schluchten der Rivière Noire bilden das größte Wegenetz der Insel, kostenlos zugänglich. Der Macchabée-Weg, rund zehn Kilometer durch schattigen Höhenwald, bietet das beste Verhältnis von Umfang zu Kühle im Land. Die Überquerung Pétrin–Rivière Noire, etwa 800 Höhenmeter im Abstieg, läuft man in dieser Richtung und nie umgekehrt.
Ein Punkt, den man kennen muss: Die Schranken des Parks schließen um 17 Uhr, das Fahrzeug eingeschlossen. Der lange Lauf richtet sich nach dieser Vorgabe, nicht umgekehrt.
Der Piton de la Petite Rivière Noire verdient eine Erwähnung aus einem selten genannten Grund: Auf knapp vier Kilometern läuft man im Schatten, erst die letzten zweihundert Meter liegen in der prallen Sonne. Die tatsächlichen Höhenmeter sind bescheiden, etwa 150, weil der Weg schon auf 680 Metern beginnt – dafür ist der Boden schmierig und von Wurzeln durchzogen. Hier arbeitet man am Fußaufsatz, nicht an der Geschwindigkeit.
Für Bergintervalle
Signal Mountain über Port-Louis ist eine für den Verkehr gesperrte Asphaltstraße, die auf 323 Meter führt. Ohne technische Schwierigkeit und ohne Orientierungsfragen ist sie das ideale Gelände für Intervalle am Berg – und am späten Nachmittag von einheimischen Läufern gut besucht.
Le Pouce in derselben Kette bringt 812 Meter Höhe auf 3,8 Kilometern hin und zurück, mit markiertem Weg und einer kurzen Felsstufe am Gipfel.
Was das tropische Klima ändert
Die Saison. Der Südwinter von Mai bis November bringt alles zusammen: trockene Luft, 20 bis 25 °C, stabile Wege. Im Sommer läuft man im Morgengrauen oder gar nicht.
Das Trinken. Auf den Wegen von Mauritius gibt es keine einzige Wasserstelle. An offenen Hängen wie Corps de Garde oder der Tourelle sind zwei Liter pro Person kein Übermaß.
Der nasse Fels. Nach Regen taugen mehrere Gelände zum Laufen nicht mehr: Der Lehm der Montagne du Lion hält die Feuchtigkeit sehr viel länger als Fels, und die Steilstufen der Trois Mamelles werden gefährlich, sobald sie feucht sind.
Die Nacht ohne Dämmerung. Sie fällt in rund zwanzig Minuten, je nach Jahreszeit zwischen 17.45 und 19 Uhr. Eine Stirnlampe verändert jeden Lauf am späten Nachmittag.
In der Nähe seiner Reviere wohnen
Läufer verstehen dieses Argument sofort: Von Tamarin aus lässt sich die Tourelle vor der Arbeit erledigen. Von Rivière Noire aus erreicht man die Schluchten und den höchsten Punkt der Insel, ohne die Schnellstraße zu berühren. Es ist zugleich die Region, in der der Dodo Trail stattfindet.
Häufige Fragen
Welches ist das wichtigste Trailrennen auf Mauritius?
Der Dodo Trail im Südwesten zwischen Le Morne und Tamarin, vierzehnte Auflage im Juli 2026. Er gehört zu den UTMB World Series und bietet Formate von 5 bis 50 Kilometern.
Was sind die meisten Höhenmeter, die sich auf Mauritius laufen lassen?
Das Format Xtreme des Dodo Trail summiert 3.500 Höhenmeter auf 50 Kilometern. Im Training bietet Corps de Garde 633 Höhenmeter auf einer Runde von 7,2 Kilometern.
Kann man auf Mauritius das ganze Jahr laufen?
Ja, doch der Südwinter von Mai bis November bringt die besten Bedingungen. Im Sommer läuft man im Morgengrauen und meidet nach Regen die lehmigen Böden.
Gibt es Wasserstellen auf den Wegen von Mauritius?
Keine. Nehmen Sie Ihr gesamtes Wasser mit, auch auf den meistbegangenen Wegen.
Distanz, Höhenmeter, Untergrund und Zugangsbedingungen jedes einzelnen Weges stehen in unserem Guide die 15 schönsten Wanderungen auf Mauritius.
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