
Ourite-Curry wie auf Rodrigues: das Rezept und die Tradition dahinter
Das echte Rezept für mauritisches Ourite-Curry (Oktopus) und die Fischtradition von Rodrigues dazu: die piqueuses d'ourites, die saisonalen Schonzeiten und wie Sie den Oktopus vor dem Garen zart bekommen.
Ourite-Curry ist das bekannteste Oktopus-Gericht der mauritischen Küche. Seinen eigentlichen Sinn bekommt es aber auf Rodrigues: Dort wird die Ourite bei Ebbe zu Fuß in der Lagune gefangen, fast immer von Frauen, bevor sie in einer mit Gewürzen abgeschmeckten Kokosmilchsauce landet.
Wer die Ourite fängt – und wie
Auf Rodrigues bleibt der Oktopusfang Frauensache. Die „piqueuses d’ourites“ durchstreifen bei Ebbe zu Fuß die Lagune, Gummistiefel an den Füßen und den Eisenspieß in der Hand, und lesen im Sand und im Korallenboden die Spuren des Tieres, bevor sie es erbeuten. Am Strand wird der Fang gewaschen, gewogen und anschließend frisch, getrocknet oder zerteilt verkauft – für die örtlichen Märkte und für den Export nach Mauritius.
Saisonale Schonzeiten regeln diesen Fang. Die Regelung von 2026 setzte eine Schließung vom 26. Januar bis zum 28. Februar an, eine Maßnahme, die zweimal im Jahr nach den Rodrigues Regional Assembly (Octopus Closed Season) Regulations 2012 ergriffen wird: Der Oktopus soll sich fortpflanzen und der Bestand der Lagune sich erholen. Die betroffenen Fischerinnen und Fischer arbeiten in dieser Zeit an der Verschönerung der Dörfer.
Den Oktopus vor dem Garen zart machen
Schlecht vorbereitet, gerät das Fleisch gummiartig. Traditionell schlägt man den Oktopus gegen einen Felsen oder eine harte Fläche und bricht so die Fasern. In der Küche funktionieren zwei Alternativen ebenso gut: eine ganze Nacht ins Gefrierfach legen und danach auftauen lassen, oder rund zwanzig Minuten in reichlich kochendem Wasser blanchieren und erst dann in Stücke schneiden.
Das Rezept für Ourite-Curry
Für 4 Personen:
- 500 g Ourite (Oktopus), geputzt und in Stücke geschnitten
- 2 Zwiebeln, fein gehackt, 3 Knoblauchzehen, zerdrückt, ein Stück frischer Ingwer
- 2 Tomaten, gewürfelt, 1 grüne Chilischote
- 1 Esslöffel mauritische Currypaste, Kurkuma, gemahlener Koriander, Kreuzkümmel, Garam Masala
- 400 ml Kokosmilch
- Öl, Salz, Pfeffer, frischer Koriander
Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer im Öl anbraten, bis sie ihr Aroma freigeben. Gewürze und Currypaste zugeben, dann die Ourite, damit sie die Aromen aufnimmt. Tomaten und grüne Chilischote unterrühren und köcheln lassen, bis die Tomaten zerfallen und ihren Saft abgeben. Kokosmilch angießen, aufkochen und anschließend 30 bis 40 Minuten bei schwacher Hitze schmoren, bis die Ourite zart ist. Abschmecken und vor dem Servieren mit frischem Koriander bestreuen.
Wozu es passt
Klassisch kommt Ourite-Curry mit duftendem Basmatireis auf den Tisch, der die Kokosmilchsauce aufnimmt. Rotis oder ein Gemüse-Achard dazu bringen die säuerliche Note, die das Gericht ausbalanciert.
Weitere mauritische Rezepte zum Ausprobieren
Ourite-Curry gehört zu einem weit größeren kulinarischen Repertoire. Für ein vollständiges Essen passt Dholl Puri als Beilage gut dazu, und die mauritische Küche hält weitere Klassiker bereit: Rougaille Saucisses, Mine Frit oder Gâteaux Piments zum Aperitif.
Quellen und Nachweise
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